Geschichte Patschs - Historisches über Ihren Urlaubsort bei Innsbruck in Tirol

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Grünwalderhof um 1914 (Archiv: Monika Mahlberg)

Patsch ist das älteste Dorf des südlichen Mittelgebirges bei Innsbruck. Um 1200 wird Patsch zum erstenmal urkundlich erwähnt (Tirollexikon von Gertraud Pfaundler-Spat). Es finden sich die Namen Pats, Patsun, Patchs, Patsches - alte Namen aus dem Keltischen für "biaidhe", bi- (klein), aidhe (Ort). Auf welche Gründungszeit das Dorf Patsch zurückgeht, ist nicht genau feststellbar, sicher ist es eine sehr alte Siedlung. Spuren einer ersten Besiedlung entdeckte man, als mit dem Bau der Europabrücke begonnen wurde. Dort, wo heute der 1. Pfeiler der Europabrücke steht, befand sich ein Hügel, auf dem Reste einer Siedlung aus der frühen Bronzezeit ausgegraben wurden. Kelten lebten hier bis 400 v. Chr. Später entstanden auf den Hügeln um Patsch sogenannte Wallburgen. Reste von diesen Behausungen der Räter entdeckte man auf dem Zachbichl und auf dem Burgstall. Am Rosenhügel nördlich der Ortschaft wurden ebenfalls Reste einer Wallburg gefunden, welche auf eine vorrömische Besiedelung hindeuten. Auch am Gänsbichl südwestlich des Ortes wurden jahrtausendealte Mauerreste gefunden. Viele Flurnamen, die heute noch gebräuchlich sind, dürften aus dieser Zeit stammen. Ausgedehnte Rodungen fanden in der Zeit statt, als die Bajuwaren um 800 von unserem Land Besitz nahmen. Es dürfte dort bis ins 12. Jahrhundert unser heutiges Siedlungsgebiet- das bajuwarische Haufendorf - entstanden sein. Politisch und wirtschaftlich bildete Patsch eine Markgenossenschaft, die das Gebiet von Ellbögen, Igls, Vill, Lans und Sistrans umfasste. Ursache der lange zurückreichenden, regen Siedlungstätigkeit dürfte die günstige Lage von Patsch sein (geringe Schneelage, frühes Ausapern durch Föhneinwirkung, fruchtbare Böden durch Lößverwehungen, gute Verteidigungslage). Dies gestattete früher ausgedehnten Getreideanbau. In Patsch gab es 4 Getreidemühlen, eine davon wurde gewerblich betrieben ("beim Müller").

Bärenwirt

Patsch lag schon in vorrömischer Zeit an einem bedeutenden Verkehrsweg. Hinweise, dass auch im Mittelalter dieser Verkehrsweg vor allem als Salzstraße von Hall nach Süden stark frequentiert war, fand man 1994 vor dem inzwischen abgerissenen alten Gasthof Altwirt bei Kanalbauarbeiten. Eine steingepflasterte Straße mit tiefen Spurrillen kam bei den Grabungsarbeiten zu Tage. Die Steine wurden nördlich der Patscher Volksschule wieder in der ursprünglichen Weise sichtbar verlegt (Bild). Beim "Zollerhof" wurde Zoll eingehoben. Direkt an der alten Römerstraße gelegen war der Gasthof Bär schon im 12 Jhd. eine wichtige Handels- und Raststation für römische Kaufleute, wo sich im Jahre 1809 Andreas Hofer mehrmals mit Josef Speckbacher zu strategischen Sitzungen traf. Der seit 1550 bestehende Grünwalderhof war einstmals Jagdbesitz der Grafen Thurn und Taxis, der Generaleroberpostmeister von Tirol. Er wurde 1931 restauriert und ist heute wieder ein Gasthof wie schon im Mittelalter. Bei dem großen Brand im Jahr 1399 blieb als einziges Haus der jetzige "Thomele" übrig.

Thomele

Eine Pfarre "ze Pats" scheint erstmals im Jahre 1249 auf. Weltpriester versorgten die Pfarre, die aber zweifellos wesentlich älter ist. Leider gibt es darüber kein schriftliches Zeugnis. Fürstbischof Bruno von Brixen übergab 1259 die Pfarre Patsch dem Stift Wilten, von dem sie bis auf den heutigen Tag noch betreut wird. Patsch ist also neben Ampass und Wilten eine Urpfarre des Stiftes. Urkundlich finden wir in Igls (1286), Ellbögen (1326), Sistrans (1339), Lans (1369) und Vill (1397) kleinere Kirchen. Für diese Filialkirchen - es sorgten ein Pfarrer und Kooperatoren - war Patsch die Mutterpfarre. Bereits im 16. Jahrhundert wurde Igls-Vill wieder ausgeschieden. Unter Kaiser Joseph II. erfolgte endgültig die Zerstückelung der Pfarre: Sistrans und Lans 1785, Ellbögen 1787. Als Filiale der Pfarrkirche galt noch lange die Wallfahrtskirche Heiligwasser.

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Die Patscher Pfarrkirche St. Donatus wird urkundlich 1259 zum ersten Mal erwähnt, dürfte aber jedenfalls schon früher bestanden haben (Kirchturm mit gekoppelten Rundbogenfenstern im romanischen Baustil). Im Jahre 1399 fielen die Kirche und das ganze Dorf einem Brand zum Opfer. Von der ehemaligen Kirche blieb nur der Turm mit seiner quadratischen Grundform sowie seinen runden Schallfenstern erhalten. Der Wiederaufbau der Kirche erfolgte im gotischen Stil (gotischer Spitzhelm des Turmes). Danach wurde bereits 1459 wieder ein Neubau in Betracht gezogen, der 1479 geweiht werden konnte. In der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts gab man dem bisher düsteren Innenraum durch Ausbrechen der schmalen, gotischen Fenster mehr Licht. Auch entschied man sich für einen neuen Hochaltar und einen neuen Seitenaltar (links) nach Entfernen des gotischen Flügelaltares. Doch entsprach dies bald nicht mehr dem Zeitgeschmack, und wieder galt es, sich anzupassen: 1767/68 wurde das Kirchenschiff verlängert, das Spitzgewölbe entfernt und das Innere durch Malereien und Stuckarbeiten ergänzt. Ebenfalls baute man eine Empore ein. Ihr jetziges Aussehen erhielt die Kirche durch umfassende Restaurierungsarbeiten in den Jahren 1972 bis 1978. Die Deckenfresken im Inneren sind das letzte Werk des schon 72jährigen Anton Zoller (1695-1768). Sie wurden nach seinem Tod von Josef Kremer, einem Schüler Paul Trogers, der auch das Hochaltarblatt malte, vollendet.

Zusammengestellt von: Tourismusverband Innsbruck und seine Feriendörfer, Tourismusbüro A-6082 Patsch
Quellen:
Kuen, Herbert "Wanderführer für den Speckbacherweg", Hall, 2000
Oswald Wörle, "Pfarrkirche Patsch"
Berg-Isel-Stiftung, 1945
Hotel Grünwalderhof
Hotel Bär
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